Vernetzung im Sozialraum – hilfreiche Beispiele

Diese Dokumentation enthält die Ergebnisse des Workshops “Vernetzung im Sozialraum” bei der Bildungskonferenz 2017 in Hagen sowie weitere ergänzenden Informationen, die durch die Teilnehmenden angefragt wurden. (Stand: April 2017)

Fazit

In Hagen gibt es verschiedene für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hilfreiche sozialraumbezogene Netzwerke, die jedoch nicht allen relevanten Akteuren bekannt sind. Daher wird eine Liste dieser Netzwerke erstellt (erste Version s.u.), die möglichst auch online zugänglich gemacht und aktuell gehalten wird.

Darüber hinaus gibt es allerdings auch Sozialräume, in denen keine organisierten Netzwerke bestehen – zum Beispiel, wenn die Schnittstelle mehrerer Stadtteile einen Sozialraum bildet. Hier sind die Akteure im Sozialraum gefordert, sich zu vernetzen. Wie dies gelingen kann, sollte mit Blick auf den Sozialraum individuell überlegt werden. Hilfreich wäre, zu klären, wie dies unterstützt werden kann.

Verschiedene stadtweit aktive Einrichtungen und Institutionen – von der Beratungsstelle Rat am Ring, über den Stadtsportbund bin hin zu Museum & Theater – sind gerne bereit, ihre Angebote für Kinder und Jugendliche bei Netzwerktreffen vorzustellen.

 

Netzwerktreffen organisieren

Die Mitglieder sozialraumbezogenen Netzwerke in Hagen treffen sich regelmäßig innerhalb “ihres” Netzwerkes, um sich auszutauschen. Im folgenden einige Beispiele aus dem “Netzwerk Mitte”, die sich für die Veranstaltung von Netzwerktreffen als hilfreich erwiesen haben:

  • bei jedem Treffen eine Informations-Wand gestalten mit einer Liste
    “wer ist da” (Name & Einrichtung), “was kann ich bieten” und “was suche ich”
  • Austausch zu praktischen Dingen beim Treffen oder per eMail
    (wer kann uns Bänke leihen? unser BfDler hat Zeit – wem kann er helfen?)
  • Interaktionsübungen zum Einstieg (z.B. Speed-Dating etc.) zur Auflockerung und zum in Kontakt kommen
  • Treffen an wechselnden Orten, um alle Einrichtungen kennenzulernen
  • klarer Zeitrahmen (z.B. 16-18 Uhr), nicht überziehen, lieber eher fertig sein!
  • Termine für Treffen (z.B. 4 x im Jahr) möglichst langfristig festlegen
  • Netzwerk aktiv halten bzw. in Erinnerung bringen, z.B. über regelmäßig interessante Infos an den eMail-Verteiler
  • … dafür ist es wichtig, dass 1-2 Leute als Koordinatoren das Netzwerk begleiten und sich verantwortlich zeigen!
  • Vorbereitungskreis aus Vertretern verschiedener Einrichtungen bilden
    (z.B. für 2 Jahre, danach wechseln) & Koordinator festlegen
  • regelmäßige Treffen des Vorbereitungskreises: Rückblick auf die letzten Treffen, was war wichtig? was muss davon mit ins nächste Treffen? (die meisten Anregungen/Themen entstehen aus den Netzwerk-Treffen)
  • Treffen müssen effektiv sein damit Menschen kommen & sich engagieren!
    –> Frage bei der Vorbereitung: was können die TN mitnehmen?
    Was können wir als Serviceleistung anbieten? (z.B. Info-Heft über traumatisierte Kinder, Info wo ich für’s nächste Fest kostenlos Musikanlage oder Bänke ausleihen kann)
  • kompetente Moderation ist hilfreich, um Diskussionen so zu lenken, dass sie für viele Teilnehmer*innen gewinnbringend sind 🙂

 

vorhandene Sozialraum-bezogene Netzwerke in Hagen:

  • Stadtteilforum Altenhagen
    Ansprechpartner: Stadt Hagen, Fachbereich Jugend & Soziales, Abteilung 55/3 (Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Menschen); Kontakt über Natalia Keller (Abteilungsleiterin), 02331 207-3608, Keller@stadt-hagen.de
  • Eilper Forum
    Ansprechpartner: Familienzentrum Eilpe, familienzentrum-hagen-eilpe.de
  • Stadtteilforum Eppenhausen
    hagen-eppenhausen.de
  • AK 90 (Arbeitskreis für Kinder und Jugend in Haspe)
    Ansprechpartner: CORBACHER 20, Beratung und Begegnung,
    Corbacher Straße 20, 58135 Hagen, 0 23 31 / 4 42 34, corbacher20@gmx.de
  • Netzwerk Mitte
    Ansprechpartner: Stadt Hagen, Fachbereich Jugend & Soziales, Abteilung 55/3 (Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Menschen); Kontakt s.o.
  • Runder Tisch Wehringhausen
    Ansprechpartner: Stadt Hagen, Fachbereich Jugend & Soziales, Abteilung 55/3 (Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Menschen); Kontakt s.o.

 

weitere – für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen relevante –  Netzwerke und Arbeitsgemeinschaften in Hagen

  • Arbeitsgemeinschaften nach §78 SGB VIII
    • AG 1: Jugendarbeit
    • AG 2: Jugendsozialarbeit/Jugendberufshilfe
    • AG 3: Kindertagesbetreuung
    • AG 4: Erzieherische Hilfen
    • AG 5: Jugendhilfe und Schule (OGS, Schulsozialarbeit)
  • Arbeitskreis der Einrichtungsleitungen der offenen Jugendeinrichtungen (“Moderatorengruppe”)
  • Stadtbezirkskonferenzen
    Ansprechpartner: Stadt Hagen, Fachbereich Jugend & Soziales, Abteilung 55/3 (Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Menschen); Kontakt über den/die jeweilige BezirksjugendpflegerIn

 

Sozialraumteams

Trägerübergreifende Sozialraumteams, bestehend aus MitarbeiterInnen der Familienzentren, der offenen Kinder- und Jugendarbeit, des Allgemeinen Sozialdienstes sowie der Bezirksjugendarbeit bestehen Altenhagen, Eilpe, Haspe, Vorhalle und Wehringhausen. Weitere Sozialraumteams sind geplant.

Ansprechpartner: Stadt Hagen, Fachbereich Jugend & Soziales

 

für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen relevante (kommunalpolitische) Gremien in Hagen

 

Definitionen

Netzwerk: Eine Gruppe von Menschen, die durch gemeinsame Ansichten, Interessen oder Ähnliches miteinander verbunden sind – zum Beispiel durch Aktivitäten im selben Sozialraum.

Netzwerke sind zu unterscheiden von Einrichtungen und Institutionen, welche für eine bestimmte Aufgabe eingerichtet worden sind – oft im gesellschaftlichen Interesse und zur öffentlichen Nutzung.

Auch Arbeitsgemeinschaften (Gruppe, die mit einer bestimmten Arbeit/Aufgabe beschäftigt ist) und sowie Gremien (zur Erfüllung einer bestimmten Aufgabe berufene Kommission) sind von Netzwerken zu unterscheiden.

Netzwerke können innerhalb von Einrichtungen ebenso wie zwischen MitarbeiterInnen verschiedener Einrichtungen bestehen. Darüber hinaus sind viele Gremien und Arbeitsgemeinschaften sind für Vernetzung von großer Bedeutung.

Der Begriff Stadtteil oder Stadtbezirk wird meist im politisch-administrativen Sinne genutzt und ist hier räumlich durch klare Grenzen definiert.

Ein Sozialraum ist keine administrative Einheit, sondern kann definiert werden durch soziale Faktoren, wie ähnliche soziale Indikatoren, oder auch subjektive Definitionen, wie das Zusammengehörigkeitsgefühl der in diesem Gebiet lebenden Menschen. Somit kann ein Stadtbezirk verschiedene Sozialräume enthalten und sich ein Sozialraum über die Grenzen eines Stadtbezirkes hinweg erstrecken.

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